Farbstoffe

Lebensmittelfarbstoffe (kurz Farbstoffe) sind Lebensmittelzusatzstoffe zum Färben von Lebensmitteln. Ein Lebensmittelfarbstoff sollte zum einen dazu dienen das ursprüngliche Erscheinungsbild von Lebensmitteln wiederherzustellen, deren Farbe durch Verarbeitung, Lagerung, Verpackung und Vertrieb mit nachteiligen Folgen für die optische Akzeptanz beeinträchtigt worden ist. Oder auch um Lebensmittel äußerlich ansprechender zu machen oder normalerweise farblose Lebensmittel zu färben.

Bei der sensorischen Lebensmittelbewertung spielt die Farbe ein wesentliches Kriterium. Bestimmte "Farbcodes" sind allgemein gültig und werden von allen Menschen verstanden. Demnach werden Lebensmittelfarbstoffe in der Lebensmittelindustrie zu verkaufsfördernde Maßnahme. Es gibt allerdings auch Lebensmittel, die aufgrund gesetzlicher Regelungen nicht mit Farbstoffen versetzt werden dürfen, wie zum Beispiel Fisch und Fleisch, Bier, Gewürze, Pilzkonserven, Kartoffelerzeugnisse, Schokolade oder Trockenfrüchte.

Gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1331/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates müssen alle Lebensmittelzusatzstoffe eine Sicherheitsbewertung der EFSA durchlaufen, bevor von den EU-Risikomanagern über ihre Zulassung entschieden werden kann. Die derzeit 40 zugelassenen Lebensmittelfarbstoffe sind im Anhang II Teil B der VO (EG) 1333/2008 aufgelistet.

Azofarbstoffe

Azofarbstoffe sind synthetische Lebensmittelfarbstoffe. Bis auf wenige Aufnahmen (6 Stoffe s.u.) gelten Azofarbstoffe als krebserregend und erbgutschädigend und stellen damit eine Gefahr für den Konsumenten dar und sind nicht zugelassen. In der europäischen Union verbotene Azofarbstoffe wie z.B. Sudanfarbstoffe werden jedoch in einigen Ländern verwendet, um die Farbe von z.B. Paprika- und Chillipulver zu intensivieren oder licht- bzw. alterungsbedingte Farbverluste auszugleichen.

In der EU zugelassene Azofarbstoffe mit Warnhinweis

Bei der Verwendung folgender Farbstoffe muss der Warnhinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ bei der Kennzeichnung erfolgen:

  • Tartrazin (E 102)
  • Azorubin (E 122)
  • Cochenillegelb A ( 104)
  • Cochenillerot A (E 124)
  • Gelborange S (E 110)
  • Allurarot AC (E 129).

In der so genannten Southampton-Studie (McCann et al. 2007) wurde zwar kein eindeutiger Beleg für den vermuteten Zusammenhang zwischen der Aufnahme der genannten Farbstoffe und dem Verhalten von Kindern gefunden, jedoch wurde der Warnhinweis als Vorsichtsmaßnahme von der EU im Anhang V der VO (EG) 1333/2008 aufgeführt und somit festgelegt.

Im ifp Institut für Produktqualität erfolgt die Bestimmung der Farbstoffe wahlweise mittels Dünnschichtchromatographie, jedoch bevorzugt mittels HPLC (Hochleistungsflüssigkeits-chromatographie).