Radioaktivität in Lebensmitteln

Das ifp Institut für Produktqualität bietet die Untersuchung von Lebensmitteln auf Radioaktivität an. Die Bestimmung von Radioaktivität in Lebensmitteln erfolgt gammaspektroskopisch mittels eines koaxialen Germanium-Detektors, der zur Vermeidung thermisch bedingter Rauschsignale mit flüssigem Stickstoff gekühlt wird. Das gesamte Gamma-Spektrum der Probe wird aufgenommen. Für die Analytik von Lebensmitteln sind dabei primär drei Isotope relevant:

  • 131I (Iod-131)
  • 134Cs (Cäsium-134)
  • 137Cs (Cäsium-137)

Ihre Aktivität wird in Bq/kg erfasst. Die Nachweisgrenze variiert je nach Analysendauer und Isotop, liegt jedoch weit unter den gesetzlich festgelegten Höchstwerten. Weitere Informationen zur Radioaktivität finden Sie hier:

Hintergrund

Infolge der Reaktorkatastrophe Tschernobyl im Jahr 1986 sind auf europäischer Ebene einige rechtliche Regelungen für Lebensmittel und Futtermittel in Kraft getreten.

So ist die Europäische Kommission laut Verordnung (EURATOM) Nr. 3954/87 (geändert durch Verordnung (EURATOM) Nr. 2218/89) berechtigt, im Falle eines nuklearen Unfalls oder einer anderen radiologischen Notstandssituation eine Notfallverordnung mit festgelegten Strahlungshöchstwerten in Lebens- und Futtermitteln zu erlassen.

Eine Liste mit Nahrungsmitteln geringerer Bedeutung findet sich in Verordnung (EURATOM) Nr. 944/89. Für die hier genannten Lebensmittel liegen die Höchstwerte um den Faktor 10 höher.

Höchstwerte für Futtermittel werden durch Verordnung (EURATOM) Nr. 770/90 festgelegt.

Die Verordnung (EG) Nr. 733/2008 („Tschernobyl-Verordnung“) enthält Grenzwerte speziell für landwirtschaftliche Erzeugnisse mit Ursprung in Drittländern nach dem Tschernobyl-Unfall.

Fukushima

Als Reaktion auf das schwere Reaktorunglück, das sich im März 2011 im japanischen Fukushima ereignete, wurde die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 297/2011 erlassen. Gemäß dieser Notfallverordnung galten für die Einfuhr von Lebens- und Futtermitteln aus den betroffenen japanischen Präfekturen zunächst die in den Verordnungen Nr. 3954/87, 944/89 und 770/90 festgelegten Höchstwerte an Iod-131, Cäsium-134 und Cäsium-137. Nur wenig später wurde diese Verordnung durch die aktuell gültige Durchführungsverordnung (EU) Nr. 351/2011 geändert, in deren Anhang II neue Höchstwerte in Übereinstimmung mit den derzeit in Japan geltenden Grenzwerten festgelegt sind.