Analytik von polychlorierten Biphenylen (PCB) in Lebensmitteln

Polychlorierte Biphenyle bilden eine Verbindungsklasse aus chlorierten aromatischen Kohlenwasserstoffen. Es gibt 209 verschiedene PCB-Kongenere, von denen 130 in produzierten Gemischen vorkommen. Dabei wird in dioxinähnliche (dioxine like PCB, dl-PCB) und nicht dioxinähnliche PCB (not dioxin like PCB, ndl-PCB) unterschieden. Als dl-PCB werden zwölf Verbindungen (non-ortho PCB und mono-ortho PCB) bezeichnet, die molekularbiologisch ein ähnliches Verhalten wie Dioxine/Furane (PCDD/F) aufweisen. Seit Anfang 2012 sind auch für die ndl-PCB (Indikator-PCB: PCB 28, 52, 101, 138, 153 und 180) in der EU Grenzwerte für Lebensmittel reguliert.

Am ifp Institut für Produktqualität erfolgt die Bestimmung und Quantifizierung der sechs Indikator-PCB nach Extraktion aus der Probe mittels GC-MS/MS.

Wie gelangen polychlorierte Biphenyle in die Umwelt?

PCB sind nicht entflammbar, haben hohe Siedepunkte, besitzen eine hohe Viskosität und sind thermisch wie chemisch stabil. Aufgrund dieser Eigenschaften hatten sie einen breiten Anwendungsbereich. Seit dem Jahr 1929 wurden weltweit über 1,2 Mio. t PCB produziert und unter Handelsnamen wie Aroclor (USA), Clophen (Deutschland), Fenchlor (Italien), Phenochlor (Frankreich) beispielsweise als Kühl- und Isolatorflüssigkeiten, als Weichmacher oder als Korrosionsschutz eingesetzt.

PCB wurden lediglich in geringen Mengen unmittelbar in die Umwelt eingebracht. Doch konnten sie sich über Jahrzehnte aufgrund ihrer Beständigkeit und ihrer zunächst uneingeschränkten Anwendung allmählich in der Umwelt verbreiten. Nachweisbar sind PCB u. a. in Wasser, Boden, Luft, Sedimenten, Klärschlamm, Pflanzen und Tieren, so dass demzufolge eine gewisse Kontamination heute fast überall vorliegt.

Gesetzgebung und Risikobewertung von PCB

Der Einsatz von PCB wurde durch die EG-Richtlinie 76/769/EWG aus dem Jahr 1976 und die 10. Verordnung zum Bundesimmissionsschutzgesetz (26.07.1978) stark eingeschränkt. In den USA wurde die Herstellung 1977, in der Bundesrepublik Deutschland erst im Jahr 1983 eingestellt. Schließlich dürfen in Deutschland seit dem 01.01.1989 PCB, PCB-haltige Produkte und Geräte nicht mehr hergestellt, importiert, exportiert oder verkauft werden (Gefahrstoffverordnung). Durch diese Einschränkungen und Verbote ist die PCB-Belastung der Umwelt inzwischen zurückgegangen. Doch sind noch größere Mengen an PCB in geschlossenen Anlagen und Geräten, aber auch in Altlasten vorhanden.

In der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 werden die Höchstgehalte für die Summe der Dioxine, Summe der Dioxine und dioxinähnlichen PCB und die Summe von sechs Indikator-PCB (PCB 28, 52, 101, 138, 153 und 180) geregelt, welche ungefähr die Hälfte der insgesamt in Futter- und Lebensmitteln vorkommenden ndl-PCB ausmachen.