Zusatzstoffe

Das ifp Institut für Produktqualität bietet die Analytik von Zusatzstoffen ebenso wie Beratung zu deren Kennzeichnung an. Weitere Informationen finden Sie auf folgenden Seiten:

Zusatzstoffe in der Lebensmittelindustrie

Zusatzstoffe sind Stoffe, die Lebensmitteln in geringen Mengen zugesetzt werden, um bestimmte Eigenschaften zu erreichen oder zu verbessern. Zusatzstoffe werden eingesetzt, um einen positiven Effekt auf Herstellung, Lagerung, Verarbeitung oder Produkteigenschaften zu erreichen.

Ohne Zusatzstoffe wäre unser Lebensmittelangebot in der heutigen Form nicht denkbar. Mit Salz, Essig, Rauch, Kräutern, Honig und Zucker werden Lebensmittel aromatisiert, gefärbt und zugleich "konserviert". Um die Konfitüre streichfähig zu machen, nimmt man Gelierzucker, der Pektin enthält. Oder auch Emulgatoren, die die Margarine streichfähiger machen, Verdickungsmittel, mit denen ein Pudding steifer wird, oder Farbstoffe zum Färben von Lebensmitteln.

Von den Zusatzstoffen ausgenommen sind:

  • Aromen
  • Stoffe für Überzüge, Umhüllungen, die nicht mit dem Lebensmittel verzehrt werden
  • Verarbeitungshilfsstoffe (ohne technologische Wirkung im Endprodukt)
  • modifizierte Stärke
  • u. v. a

EU-weit sind rund 320 Zusatzstoffe zugelassen. Die EFSA (European Food Safety Authority, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) prüft auf europäischer Ebene jeden Zusatzstoff. Die wissenschaftliche Beratung und Begleitung erfolgt u. a. durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin. Zusätzlich nimmt das internationale FAO/WHO-Zusatzstoff-Expertenkomitee (JECFA) Sicherheitsbewertungen vor.

Nur die geprüften und von der EU-Kommission als technologisch notwendig erachteten Zusatzstoffe erhalten die Zulassung und dabei auch eine E-Nummer.

Kennzeichnung

Die Kennzeichnung der Zusatzstoffe auf Fertigverpackungen erfolgt nach § 6 (4) Nr. 2 Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung (LMKV) sowie nach der neuen Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV - Verordnung (EU) Nr. 1169/2011), durch die Angabe der Funktionsklassen, ausgenommen physikalisch oder enzymatisch modifizierte Stärken, gefolgt von der Verkehrsbezeichnung oder der E-Nummer. Eine „Funktionsklasse“ ist eine der in Anhang I der EU-Verordnung (EG) 1333/2008 aufgeführten, nach der technologischen Funktion in Lebensmitteln geordneten Gruppen von Zusatzstoffen.

Beispiel:

  • Cyclamat
  • Funktionklasse: Süßungsmittel
  •  Bezeichnung: Cyclamat
  •  E-Nummer: E 952
  • Angabe im Zutatenverzeichnis: Süßungsmittel Cyclamat oder Süßungsmittel E952

Gesetzgebung

Seit dem 20. Januar 2010 gilt die Europäische Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 für sämtliche Regelungen zu Zusatzstoffen, die zu technologischen Zwecken verwendet werden. Das Herzstück der EU-Verordnung ist der Anhang II, die „EU-Liste der für die Verwendung in Lebensmitteln zugelassenen Zusatzstoffe mit den Bedingungen für ihre Verwendung“. Für die VO (EG) Nr. 1333/2008 gilt das „Verbotsprinzip mit Erlaubnisvorbehalt“. Demnach dürfen nur die in den Unionslisten aufgeführten Zusatzstoffe zu den dort genannten Zwecken verwendet werden (Positivlisten).

Übergangsfristen für die Regelungen in Anhang II gelten für Lebensmittel, die rechtmäßig vor dem 01.06.2013 in Verkehr gebracht wurden, d. h. Lebensmittel, bei denen sich die Verwendung von Zusatzstoffen nach der ZZulV (Zusatzstoffzulassungsverordnung) gerichtet hat, und die den Anforderungen des Anhangs II der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 nicht entsprechen, dürfen noch bis zu ihrem Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum verkauft werden.

Bezüglich der Kennzeichnung von Zusatzstoffen für lose Ware oder auf Speisekarten wurde auf EG-Ebene noch keine Regelung getroffen. Solange dies der Fall ist, findet die ZZulV weiterhin Anwendung.