Vegetarische und vegane Ernährungsformen  

Mit dem Zuwachs an Vegetariern und Veganern steigt auch die Nachfrage nach entsprechenden Produkten. Rechtliche Regelungen zur Herstellung und Kennzeichnung von vegetarisch bzw. vegan erzeugten Lebensmitteln sind derzeit in Diskussion. Aktuell wird für vegetarische bzw. vegane Lebensmittel lediglich auf freiwilliger Basis das V-Label der European Vegetarian Union verwendet. Dennoch sind diese Produkte eine neue Herausforderung für die Lebensmittelhersteller nicht nur bei der Wahl einer passenden Bezeichnung des Lebensmittels. Vegetarische Produkte werden häufig auf Basis von Soja, Ei oder Weizen hergestellt. Hierbei handelt es sich um allergene Zutaten, die erhöhte Kontrollen im Produktionsprozess erfordern. Außerdem sind einige Zusatz- und Trägerstoffe auf tierischer Basis und somit für vegetarische Produkten nicht vorgesehen.

Vegetarismus und Veganismus als Ausdruck zunehmenden gesellschaftlichen Bewusstseins

Aufgrund eines stärkeren Ernährungs- und Lebensbewusstseins steigt der Anteil von Vegetariern in Deutschland stetig an. Nach Einschätzung des Vegetarierbundes Deutschland (VEBU) ernähren sich derzeit knapp 10 Prozent der deutschen Bevölkerung vegetarisch und 1,1 Prozent vegan. Eine vegetarische Ernährung basiert auf pflanzlichen Lebensmitteln sowie Erzeugnissen, die von lebenden Tieren gewonnen werden. Dazu zählen u. a. Milch, Eier und Honig; neben diesen Produkten werden auch Pilze oder Produkte aus Bakterienkulturen verzehrt. Gemieden werden Fleisch, Fisch und deren Folgeprodukte wie Gelatine oder Schmalz. Innerhalb der vegetarischen Ernährung werden vier weitere Formen unterschieden, wovon die bedeutendste Rolle der veganen Ernährungsweise zukommt. Diese meidet alle Lebensmittel tierischen Ursprungs.

Vegetarische (ovo-lacto-vegetarische) Lebensmittel

Als Gesetzesvorschlag werden vegetarische und vegane Lebensmittel vom VEBU wie folgt definiert:

  • Nicht erlaubt: Fleisch, Fisch sowie deren Folgeprodukte einschließlich Zusatzstoffe, Vitamine, Trägerstoffe, Hilfsstoffe oder Enzyme
  • Erlaubt: pflanzliche Produkte sowie Milch, Kolostrum, Vogeleier, Bienenhonig, Bienenwachs und Propolis sowie aus diesen gewonnene Produkte; mikrobiologisch gewonnene Zutaten, Salz, Pilze

Vegane Lebensmittel

  • Nicht erlaubt: Erzeugnisse tierischen Ursprungs (Fleisch, Fisch, Milch, Eier, Honig) einschließlich Zusatzstoffe, Vitamine, Trägerstoffe, Hilfsstoffe oder Enzyme
  • Erlaubt: nur rein pflanzliche Produkte sowie mikrobiologisch gewonnene Zutaten, Salz, Pilze