Morphin

Das zu den Opiaten zählende Morphin ist mit einem durchschnittlichen Anteil von ca. 15 % eines der wichtigsten Alkaloide des (getrockneten) Opiums, welches aus dem Milchsaft der Samenkapseln des Schlafmohns gewonnen wird. Der deutsche Apotheker Friedrich Wilhelm Adam Sertürner isolierte Morphin Anfang des 19. Jahrhunderts erstmals aus Opium und nannte die Substanz zunächst „Morphium“ - nach Morpheus, dem griechischen Gott der Träume. Diese Bezeichnung ist jedoch heutzutage nur noch umgangssprachlich in Verwendung. Das bitter schmeckende Morphin kristallisiert in farblosen glänzenden Nadeln oder Prismen und ist gut in Alkohol löslich.

Verwendung und Wirkung

MorphinIn der Medizin wird Morphin als starkes Schmerzmittel (Analgetikum) eingesetzt. Die pharmakologisch wirksame Dosis für einen Erwachsenen liegt bei ca. 10 mg. Allerdings können bei dieser Dosierung bereits unerwünschte Nebenwirkungen wie Atemdepression, Sedation, Übelkeit und Erbrechen auftreten. Die Einnahme von Morphin führt in der Regel zu Euphorie, was dem Stoff sein Suchtpotenzial verleiht.

Mohnsamen, die in der Lebensmittelindustrie verwendet werden, sind ölreich und beinah alkaloidfrei. Da die Samen jedoch bei der Ernte mit dem Milchsaft des Mohns in Berührung kommen, wird Morphin als Lebensmittelkontaminante eingestuft.

Rechtliche Grundlagen

Bisher wurde in Deutschland bzw. der EU kein rechtlich verbindlicher Höchstgehalt für Morphin in Mohnsamen festgelegt. Einem vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen durchgeführten toxikologischen Gutachten zufolge sollte der Morphingehalt in Speisemohn jedoch 10 mg/kg nicht übersteigen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt in seiner gesundheitlichen Bewertung Nr. 012/2006 vom 27. Dezember 2005 einen vorläufigen Richtwert für Mohnsamen von 4 µg/g (entspricht 4 mg/kg).

Analytik

Die Analytik von Morphin erfolgt im ifp mittels einer sauren, organischen Extraktion mit anschließender Quantifizierung per LC-MS/MS.