Verdunstungskühlanlagenverordnung

In der Vergangenheit gab es weltweit mehrere Legionellose-Ausbrüche, bei denen Verdunstungskühlanlagen als Infektionsquelle festgestellt wurden. Zur Vermeidung des Austrags von Legionellen durch Aerosole und zur Überwachung sowie Untersuchung des rückgekühlten Wassers aus Verdunstungskühlanlagen und von Wässern in RLT-Anlagen und Geräten gelten die Richtlinien VDI 2047 Blatt 2 bzw. VDI 6022 Blatt 1.

Die rechtliche Umsetzung der wichtigsten Punkte zum Schutz der Bevölkerung soll durch die 42. Bundesimmissionsschutzverordnung (42. BImSchV) erfolgen. Der Bundesrat hat die Verordnung am 02. Juni 2017 verabschiedet.

Diese Verordnung wird in Kürze in Kraft treten und soll basierend auf der VDI 2047 Blatt 2 einen besseren Schutz vor Legionellenausbrüchen bieten.
Im Zuge dessen kommen umfangreiche Anzeige-, Betriebs- und Überwachungspflichten auf die Betreiber zu.

Dazu gehören unter anderem:

  • Anzeigepflicht der Betreiber bei Neuerrichtung und von bestehenden Anlagen mit Angabe von Verantwortlichen
  • Nachweis zur Fachkunde und Verpflichtung zur regelmäßigen Schulung von verantwortlichen Personen bei Betreibern
  • Verpflichtung der Betreiber zur regelmäßigen Überprüfung der Anlage und alle 5 Jahre von einem Sachverständigen oder einer Inspektionsstelle Typ A und Weitergabe der Berichte an entsprechende Behörde
  • Verpflichtung zur regelmäßigen Kontrolle des Kühlwassers auf die Parameter Legionellen und allgemeine Koloniezahl durch Dritte (die VDI 2047-2 schreibt zusätzlich Pseudomonas aeruginosa vor)
  • Meldepflicht bei Auftreten von Mängeln der Berichte an die entsprechende Behörde und Ergreifung von Maßnahmen zur Gefahrenabwehr bei Überschreiten bestimmter Prüf- oder Maßnahmewerte (z.B. Biozideinsatz)

Die Anzeigepflichten ermöglichen es den lokalen Behörden im Fall eines Legionellen-Ausbruchs schneller und effektiver zu handeln und mögliche Austragungsorte ausfindig zu machen. Zudem müssten die Betreiber eine regelmäßige Eigenüberwachung und Wartung durchführen.

Die regelmäßige mikrobiologische Überwachung des Kühlwassers ist durch ein entsprechend akkreditiertes Labor durchzuführen.

Das Labor ist dafür verantwortlich, dass von der Probennahme bis zum Prüfbericht alle rechtlichen und normativen Anforderungen erfüllt sind. Da bei Wasserproben aus Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen oder Nasswäschern oft eine hohe Begleitflora auftritt, muss das Labor Erfahrung mit Wässern mit hoher Begleitflora und eine Akkreditierung hierfür nachweisen können.

In der Verordnung werden Prüf- und Maßnahmenwerte für die Legionellenkonzentration angegeben. Für die allgemeine Koloniezahl soll eine Nulllinie ermittelt werden oder ansonsten der Wert von 10.000 KBE/ml angelegt. Bei Überschreitungen müssen Nachuntersuchungen und weitere Maßnahmen erfolgen.

Art der Anlage Prüfwert 1 Prüfwert 2 Maßnahmenwert
  Legionellenkonzentration [KBE Legionelle spp. je 100ml]
Verdunstungskühlanlagen 100 1000 10 000
Nasabscheider 100 1000 10 000
Kühltürme 500 5000 50 000

 

Das ifp bietet folgende Leistungen an:

  • Probennahme und Mikrobiologische Untersuchung des Kühlwassers auf die Parameter Legionellen, allgemeine Koloniezahl und Pseudomonas aeruginosa
  • In Zusammenarbeit mit zugelassenen Sachverständigen die technische Überprüfung der Anlagen
  • Beratung zu Untersuchungspflichten und Folgemaßnahmen