Quartäre Ammoniumverbindungen

In der Vergangenheit wurden in und auf Lebensmitteln vermehrt Rückstände an quartären bzw. quaternären Ammoniumverbindungen (QAV) nachgewiesen, deren Hauptvertreter die Benzalkoniumchloride (BAC) und das Didecyldimethylammoniumchlorid (DDAC) sind. Wegen ihrer oberflächenaktiven Eigenschaften werden QAV als kationische Tenside in Produkten wie Weichspülern oder als Antistatika (z. B. in Shampoos) eingesetzt. Außerdem zählen sie auch zu den Bioziden, da sie eine desinfizierende Wirkung haben. Entsprechend werden sie u. a. in Krankenhäusern, bei der Lebensmittelverarbeitung und in der Landwirtschaft eingesetzt. QAV bilden zumeist auch den Hauptwirkstoff in Antialgenmitteln (Algiziden) für öffentliche Bäder und Swimmingpools.

Rechtliche Bestimmungen für QAV / BAC / DDAC

BAC und DDAC sind in der Europäischen Union als Wirkstoff für Pflanzenschutzmittel-Formulierungen nicht zugelassen. In der Verordnung (EU) Nr. 1119/2014 wurde für BAC und DDAC durch eine Änderung des Anhangs III der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 ein Rückstandshöchstgehalt von jeweils 0,1 mg/kg für alle Warenarten gemäß Anhang I der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 festgelegt. Dieser löste den bis dahin gültigen, vom Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit (StALuT) veröffentlichten Schwellenwert von 0,5 mg/kg zum 12. August 2015 ab. Die neuen Rückstandshöchstgehalte gelten zunächst für einen Zeitraum von fünf Jahren und sollen bis zum 31. Dezember 2019 mit Hilfe neu hinzugekommener Daten erneut überprüft werden.

Analytik von quartären Ammoniumverbindungen

Im ifp Institut für Produktqualität wird der Nachweis und die Bestimmung der QAV mittels LC-MS/MS geführt.