Quartäre Ammoniumverbindungen

In der Vergangenheit wurden in und auf Lebensmitteln vermehrt Rückstände an quartären bzw. quaternären Ammoniumverbindungen (QAV) nachgewiesen, deren Hauptvertreter die Benzalkoniumchloride (BAC) und das Didecyldimethylammoniumchlorid (DDAC) sind. Wegen ihrer oberflächenaktiven Eigenschaften werden QAV als kationische Tenside in Produkten wie Weichspülern oder als Antistatika (z. B. in Shampoos) eingesetzt. Außerdem zählen sie auch zu den Bioziden, da sie eine desinfizierende Wirkung haben. Entsprechend werden sie u. a. in Krankenhäusern, bei der Lebensmittelverarbeitung und in der Landwirtschaft eingesetzt. QAV bilden zumeist auch den Hauptwirkstoff in Antialgenmitteln (Algiziden) für öffentliche Bäder und Swimmingpools. DDAC ist in der Europäischen Union außerdem als Wirkstoff für Pflanzenschutzmittelformulierungen zugelassen.

Rechtliche Bestimmungen

In der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 sind für BAC und DDAC keine spezifischen Rückstandshöchstgehalte festgelegt. Somit fand bis vor kurzem der allgemeine Grenzwert von 0,01 mg/kg Anwendung. Bereits am 13. Juli 2012 hat der Ständige Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit (StALuT) in einer Leitlinie für DDAC einen Schwellenwert von 0,5 mg/kg veröffentlicht. Hierbei handelt es sich um einen vorläufigen Rückstandshöchstgehalt, der bis zur Festlegung eines spezifischen Rückstandshöchstgehaltes für die Erzeugnisse des Anhang I der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 gilt. Seit dem 26.07.2012 ist der gleiche Schwellenwert auch für die Benzalkoniumchloride gültig. Beim Vorkommen von BAC und DDAC nebeneinander gilt der Sicherheitswert für jede Gruppe separat. Für verarbeitete Produkte und zusammengesetzte Produkte ist ein entsprechender Verarbeitungsfaktor anzuwenden.

Analytik

Im ifp Institut für Produktqualität wird der Nachweis und die Bestimmung der QAV mittels LC-MS/MS geführt.