Glycidol und Glycidyl-Fettsäureester


Bei 2,3-Epoxy-1-propanol-Fettsäureester (Glycidyl-Fettsäureester) handelt es sich wie bei 3-Monochlor-1,2-propandiol-Fettsäureester (3-MCPD-Fettsäureester) um eine Prozesskontaminante, die bei der Raffination pflanzlicher Öle und Fette entsteht.

Welche Lebensmittel können Glycidyl-Fettsäureester enthalten?

PalmölGlycidyl-Fettsäureester können prinzipiell in allen Lebensmitteln enthalten sein, die raffinierte pflanzliche Fette und Öle enthalten. Die höchsten Gehalte wurden bisher in raffiniertem Palmöl gemessen. Es ist anzunehmen, dass Lebensmittel mit einem hohen Anteil an Palmöl auch die höchsten Gehalte an Glycidyl-Fettsäureester aufweisen.

Welche gesundheitlichen Risiken gehen von Glycidyl-Fettsäureester aus?

Glycidyl-Fettsäureester können bei der Verdauung aufgespalten werden und Glycidol freisetzen. Glycidol ist von verschiedenen wissenschaftlichen Gremien wie der International Agency for Research on Cancer (IARC) und der Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe (MAK-Kommission) als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen (IARC-Kategorie 2A: „probably carcinogenic to humans“) eingestuft worden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) konnte 2012 zeigen, dass Glycidyl-Fettsäureester durch das menschliche Verdauungssystem fast vollständig gespalten werden. Eine toxikologische Beurteilung erfolgt anhand des MoE-Ansatzes (Margin of Exposure). Weitere Informationen zur toxikologischen Bewertung von Glycidyl-Fettsäureestern finden sie in der Mitteilung Nr. 020/2016 des BfR vom 07. Juli 2016.

Analytik

Am ifp Institut für Produktqualität erfolgt die Bestimmung und Quantifizierung von Glycidyl-Fettsäureester nach alkalischer Verseifung und Derivatisierung mittels Gaschromatographie/Massenspektrometrie (GC-MS).