22.01.2018

Neuer Hydrolysebaustein für die Bestimmung gebundener Pestizide im Rahmen der QuEChERS-Multimethode

Das ifp Institut für Produktqualität bietet ab sofort eine verbesserte Multimethode für Pestizide an, welche ein zusätzliches Hydrolysemodul beinhaltet. Wir freuen uns, Ihnen auf diese Weise nun auch die Bestimmung von matrixgebundenen Wirkstoffen bzw. Metaboliten als Service anbieten zu können. Das Hydrolysemodul kann optional zu der bestehenden QuEChERS-Multimethode hinzugebucht werden.

Neue Extraktionsmodule gemäß aktualisierter DIN-Norm

Die aktualisierte Norm für die QuEChERS-Methode zur Extraktion von Pestiziden enthält unter anderem die neuen Extraktionsmodule E8 und E9 für die Hydrolyse aus der Matrix. Diese geht aus der Veröffentlichung von Steinborn A. et al. 2017 hervor und spiegelt sich im Entwurf der neuen DIN EN 15662:2017-03 wider.

Was berücksichtigt der genannte Hydrolysebaustein?

Einige Pestizide können in der Pflanze gebunden werden, sind aber dennoch aktiv (gebunden in deren Systemstoffwechsel). Die Hydrolyse erfasst nun auch die so gebundenen Pestizide, was mit der „normalen“ QuEChERS-Extraktion nicht bzw. nur bedingt möglich war. Anders ausgedrückt: Durch die Hydrolyse können die relevanten Stoffe (wie zum Beispiel Phenoxycarbonsäuren, weitere siehe unten) entsprechend ihrer Rückstandsdefinition gemäß Verordnung (EG) Nr. 396/2005 inklusive aller Konjugate/Ester zu ihren entsprechenden Säuren umgesetzt werden und als diese bestimmt werden. Ohne Hydrolyse bleiben die Ester und anderen Konjugate an der Probenmatrix gebunden und werden mit der Standard-QuEChERS-Methode nicht extrahiert bzw. können nicht als freie Säure erfasst werden. Dies könnte bei betroffenen Proben zu Unterbefunden führen.

Hydrolyse-relevante Stoffe und Metabolite nach Verordnung (EG) Nr. 396/2005

  • 2,4 D
  • 2,4 DB
  • 2,4,5 T
  • Acibenzolar-S-methyl (+ acibenzolar acid)
  • Bentazon (+6-hydroxy + 8hydroxy-bentazone)
  • Dichlorprop
  • Dinoterb (noch nicht im ifp-Spektrum enthalten, wird demnächst etabliert)
  • Fluazifop
  • Fluroxypyr
  • Haloxyfop
  • MCPA
  • MCPB
  • Ethofumesat (+ 2-keto + open-ring-2-keto)
  • Ioxynil
  • Pyridat (+ 6-chloro-4-hydroxy-3-phenylpyridazin)

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Susanne Bose
Staatl. geprüfte Dipl.-Lebensmittelchemikerin
Tel. 030 / 74 73 33 - 1089
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